Fairer Handel bei TATICO

Der anhaltende Verfall der Kaffeepreise auf den internationalen Märkten und die damit einhergehenden Probleme veranlassten viele Kaffeebauern in Mittelamerika, nach neuen Vermarktungskonzepten zu suchen. In Verbindung mit dem Kolpingwerk und dem Medebacher Röstmeister Klaus Langen wurden Modelle erarbeitet, um den Bauern einen fairen Absatz ihres Kaffees zu ermöglichen.

Aus Misstrauen wird Vertrauen

Anfangs reagierten die Kaffeebauern reserviert. Vorfinanzierung, höhere Preise und eine langfristige Zusammenarbeit passten nicht in ihr Bild, denn die Bauern kannten nur Ausbeutung und Unterdrückung. Doch dank der bereits bestehenden Kontakte zum Kolpingwerk konnte schließlich eine vertrauensvolle Handelsbeziehung aufgebaut werden - mit Erfolg: Seit 1995 werden jährlich ca. 1000 Sack bzw. 70 Tonnen von der mittlerweile 70 Mitglieder zählenden Kooperative aufgekauft. 1250 von insgesamt 1800 Säcken Kaffee werden exportiert, der Rest auf dem heimischen Markt verkauft. Von den nach Deutschland exportierten Mengen werden 40 Prozent der Kaufsumme vorfinanziert, um den Kaffeebauern den laufenden Lebensunterhalt zu sichern und sie unabhängig vom Verkauf an lokale Händler (in Lateinamerika als "Kojoten" bezeichnet) zu machen.

Bessere Bedingungen

Neben der wirtschaftlichen Stabilität hat sich die Wohn- und Lebenssituation der Kaffeebauern deutlich verbessert. Die für diese armen Regionen typischen Holz- oder Lehmhütten wurden durch gemauerte Häuser ersetzt, das Bildungsniveau der Menschen ist gestiegen. Durch das höhere und gesicherte Einkommen können sich die Kaffeebauern eine bessere medizinische Versorgung leisten. Auch Kinder profitieren von der erfolgreichen Zusammenarbeit: Sie erhalten eine bessere Schul- und Berufsausbildung.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Kaffeebauern haben verstanden, dass die von Kolpingwerk und Kaffee Langen Rösterei initiierte Initiative ein Hilfe-zur-Selbsthilfe-Projekt ist. Durch den Kauf eigener, kleiner Röstmaschinen sind verschiedene inzwischen in der Lage, einen Teil ihres Kaffees als Röstkaffee zu vermarkten. Durch Telefonanschluss können notwendige Verwaltungsarbeiten problemlos und direkt abgewickelt werden, und durch die Anschaffung von z. B. einem Pick-up-Geländewagen konnte der sichere Transport des Kaffees aus den Bergen organisiert werden.

Einmal jährlich besucht Klaus Langen zusammen mit dem Kolpingwerk die Kooperativen und verschafft sich ein eigenes Bild von der Situation der Kaffeebauern.